Vierte Lektion – Geschichte Isaaks und Jakobs (Genesis 25 bis 50)

Du solltest diese fünf Kapitel lesen und erst dann diese Lektion durchgehen. Sonst wirst Du kaum davon profitieren. Fünf wichtige Punkte sind in diesem Kapitel zu erwähnen:

Die zwei Söhne Isaaks: Esau und Jakob (Genesis 25,19+)

Rebekka (Rivka), wie ihre Schwiegermutter Sara, war Syrerin. Gen 25,20 betont auf die Offenbarung des “aramäischen” Ursprungs der Frau Isaaks: “Isaak war vierzig Jahre alt, als er Rebekka zur Frau nahm. Sie war die Tochter des Aramäers Betuël aus Padan-Aram, eine Schwester des Aramäers Laban” (Genesis 25,20).

Rebekka war wie Sara unfruchtbar: “Isaak betete zum Herrn für seine Frau, denn sie war kinderlos geblieben, und der Herr liess sich von ihm erbitten. Seine Frau Rebekka wurde schwanger” (25,21). Sie hatte Zwillinge: Esau und Jakob. Der erste der geboren wurde, war als Ältester betrachtet. Nach dem Brauch war er bevorzugt und bekam das Erbe der väterlichen Würde. Nach der menschlichen Tradition, war es also Esau, der Älteste, welcher von der geistigen Mission Abrahams und Isaaks erben sollte. Der Messias sollte aus seiner Nachkommenschaft und nicht aus derjenigen seines Zwillingsbruders Jakobs kommen.

Gott lässt sich aber nicht durch menschliche, familiäre- oder stammesgebundene Bräuche und Überlegungen binden. Sie sind allzu oft rassistisch oder durch ungerechte Vorurteile geprägt. Er schliesst also seinen Bund mit Jakob und nicht mit dem ältesten Esau. Dieser “Bund” bedeutet, dass der Messias aus der Abstammung Jakobs kommen soll.

Als Rebekka “Gott befragen ging”, antwortete er: “Zwei Völker sind in deinem Leib… der Ältere muss dem Jüngeren dienen” (Genesis 25,23). Dies bedeutete einen vollkommenen Umsturz der Mentalität jener Zeit und der altertümlichen Traditionen. Der rein menschliche Grund für die Übertragung des Erstgeburtsrechtes auf Jakob war die Tatsache, dass Rebekka Jakob “lieber hatte”, weil er “ein untadeliger Mann war und bei den Zelten blieb”, also bei seiner Mutter (Genesis 25,27-28). Sie zettelte eine Verschwörung an, um das Erstgeburtsrecht zu entwenden und ihrem Bevorzugten zu geben. Sie erreichte durch List, dass ihr Mann, Jakob anstelle von Esau, segnete, obwohl der Vater Esau bevorzugte “denn er ass gern Wildbret (durch Esau gekocht)” (Genesis 25,27-28). Man glaubte zu jener Zeit, dass der einmal gegebene Segen wirksam, endgültig und nicht auf einen anderen übertragbar war, unabhängig vom Verdienst (Genesis 27,1-45). Man sollte sich merken, dass dieses “Gott befragen”, sich durch Hellseher oder Hellseherin vollbrachte, die meinten sie hätten diese Macht des “Hellsehens”. Heute noch meinen viele, viele, sie hätten diese Macht. Die Bibel offenbart, dass die Israeliten diesen Brauch öfters ausübten: Exodus 33,7 / 1 Samuel 14,41 usw…

Die Haltung Rebekkas und Jakobs in dieser Geschichte ist keine lobenswerte moralische Haltung. Die Propheten haben später die List Jakobs verurteilt. Jeremia stellt sie als Beispiel von Betrug dar: “Hütet euch voreinander, und keiner traue seinem Bruder. Denn jeder Bruder spielt Jakobs Rolle… Einer hintergeht den andern… (Jeremia 9,3-4; Herder Bibel, 1965). “Darum geht der Herr mit Israel ins Gericht, er straft Jakob für sein Verhalten und zahlt ihm heim, wie es seine Taten verdienen. Schon im Mutterleib hinterging er seinen Bruder…”, sagt noch Hosea (Hosea 12,3-4).

Die Schriftsteller wollten aber Jakob und seine Mutter rechtfertigen und stellten die Geschichte des Linsengerichtes zu Ungunsten Esaus dar. Dieser kam hungrig und “erschöpft” von der Arbeit im Feld zurück. Er sagte zu seinem Bruder, der ein gutes Linsengericht vorbereitet hatte: “Gib mir doch etwas zu essen von dem Roten (Farbe der Linsen), von dem Roten da, ich bin ganz erschöpft!” Aber Jakob, der hungrig nach dem Erstgeburtsrecht war, ergriff die Gelegenheit und missbrauchte sie um seinem Bruder dieses Recht zu entwenden: “Dann verkauf mir jetzt sofort dein Erstgeburtsrecht!” antwortete er. Esau nahm sehr wahrscheinlich die Begierde seines Bruders nicht ernst und akzeptierte. “Vom Erstgeburtsrecht aber hielt Esau nichts” kommentierten auf zynische Art die Schriftgelehrten (Genesis 25,29-34).

Diese Geschichte hat aber den Verdienst uns aufzurütteln: sie lädt uns ein, falls wir darauf achten, die Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Merke dir, dass Isaak, in der Tat, zu seinem Sohn Esau sagt: “… Deinem Bruder wirst du dienen. Doch hältst du durch, so streifst du ab sein Joch von deinem Nacken” (Genesis 27,40). Man muss sich vom Joch der ungerechten Traditionen befreien.

Eine andere Lehre aus dieser Geschichte: Man soll das Geistige dem Materiellen bevorzugen und “unser Erstgeburtsrecht”, welches unser Recht auf das ewige Leben ist, nicht für ein irdisches Gut verkaufen. Diese Lehre wollte Jesus uns geben, als er es ablehnte, obwohl er hungrig war, auf Anfrage des Teufels, die Steine in Brot zu verwandeln, denn “der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt” (Matthäus 4,4. Siehe auch Deuteronomium 8,3). Man muss hungrig und durstig nach den göttlichen Vorschriften. Und wenn es gilt zwischen einem materiellen und einem geistigen Interesse zu wählen, muss man das Letztgenannte wählen und das Erstgenannte opfern, ohne zurückzublicken, wie es die Frau Lot tat…

Gott versprach Adam und Eva eine Nachkommenschaft, die den Kopf des Teufels zerschlagen wird. Dieser Erlöser ist der Messias. Der messianische Plan begann mit Abraham, wurde auf Isaak übertragen und setzte sich fort mit Jakob, der der dritte Patriarch ist..

Die Geschichte des Linsengerichtes erklärt, weshalb die Nachkommenschaft nicht auf Esau, den Erstgeborenen übergeht. Diese menschliche Erklärung offenbart aber nicht die wahre Absicht Gottes.

Die zwei Frauen Jakobs (Genesis 28 & 29)

Esau heiratete hetitische und nicht aramäische Frauen. Dies missfiel seinen Eltern (Genesis 26,34-35) und es war ein Grund mehr, um gegen ihn zu sein. Rebekka fürchtete eine ähnliche Heirat für ihren Sohn Jakob und bedrängt ihren Mann damit er ihm befehlt: “Nimm keine Kanaaniterin zur Frau! Mach dich auf, geh nach Paddan-Aram (in Syrien), zum Haus Betuëls, des Vaters deiner Mutter! Hol dir von dort eine Frau” (Genesis 28,1-2). Beachte wie Isaak für Jakob und seine Nachkommenschaft “den Segen Abrahams” erbittet (Genesis 28,4). Dieser Segen bedeutet, dass der Messias aus dieser Nachkommenschaft kommen wird und nicht aus derjenigen Esaus. Die Schriftgelehrten geben von diesem Segen eine geographische Interpretation, nämlich dass Palästina den Nachkommen Jakobs (die Israeliten) und nicht denjenigen Esaus (die Araber) gehört. Dies lässt sich aus dem folgenden Vers ableiten: “…damit du das Land in Besitz nimmst, das Gott Abraham gegeben hat” (Genesis 28,3-4).

Auf dem Weg nach Syrien hatte Jakob einen Traum: Gott erscheint ihm am oberen Ende einer Treppe, die von der Erde bis zum Himmel reichte, um ihm die Fortsetzung seines Bundes mit Abraham durch ihn anzukündigen (Genesis 28,12-16). Jesus erinnerte an diesen Traum der Treppe. Er bezog ihn auf sich selbst, um zu offenbaren, dass er von nun an der Inhaber des göttlichen Bundes ist. Er ist der Nachfolger und Erbe der wahren Versprechen Gottes an Abraham, Isaak und Jakob (Johannes 1,51). Jesus, der Messias, ist diese Treppe, welche die Erde zum Himmel verbindet und den Menschen hilft nach oben zu steigen.

Beachte, dass sich der Glaube an einen einzigen Gott nicht ohne Schwierigkeiten entwickelt hat. Es brauchte Erfahrungen und eigene Entscheidungen. Jakob begnügte sich nicht mit den Worten seines Vaters. Er zögert an Gott zu glauben und sein Glauben ist bedingt: “Wenn Gott mit mir ist… wenn er mir Brot zum Essen gibt… wenn ich wohlbehalten heimkehre in das Haus meines Vaters, dann soll Jahwe (allein) mein Gott sein…” (Genesis 28,20-22; Herder Bibel, 1965).
Die Geschichte der verschiedenen Heiraten Jakobs beginnt im Kapitel 29,15. Das hektische Rennen zwischen Lea und Rahel (Rahil), um Kinder zu gebären, erscheint uns komisch. Man muss aber beim Lesen dieser Erzählungen die Mentalität jener Zeit vor Augen haben: Die Anerkennung des Mannes war von der Zahl der Kinder abhängig, denn die Nachkommenschaft war ein Zeichen des göttlichen Segens.

Dieses erschöpfende Rennen nach Nachkommen, bei welchem auch die entsprechenden Mägde – Silpa (für Lea) und Bilha (für Rahel) – teilnahmen, gab dem Jakob 12 Buben und ein Mädchen. Die 12 Söhne Jakobs sind die Ahnen, die Gründer der 12 Stämme Israels, die erste monotheistische Gemeinschaft, die der Welt der einzige Schöpfer mit Güte offenbaren sollte.

Als Jakob reicher wurde, wollte er von seinem Schwiegervater Labban unabhängig sein. Er flüchtet also in sein Geburtsland, Kanaan. Beachte, wie Rahel in der Eile der Reise nachdrücklich die Götzen, die sie immer noch trotz ihrer Heirat mit Jakob anbetete, mitnehmen wollte (Genesis 31,34). Du siehst also, dass der Glauben an den einzigen Gott schrittweise und mit der Zeit im Herzen der Ahnen gewachsen ist. Man sollte nicht erstaunt sein. Heute noch, also 4000 Jahren nach Abraham, gibt es immer noch Juden, Christen und Moslems, welche nicht an Gott glauben… oder schlecht, auf fanatische Art, mit einer nicht erneuerten fundamentalen Mentalität, eine fetischanbeter Mentalität.

Jakobs “Kampf” mit Gott (Genesis 32,24-33)

Auf dem Weg zurück nach Kanaan, hatte Jakob eine andere göttliche Erscheinung: “Ein Mann rang mit ihm, bis die Morgenröte aufstieg”. Dieser “Mann” ist Gott in einer menschlichen Gestalt, wie die drei “Männer”, die dem Abraham erschienen waren (Genesis 18).

Dieses “Ringen” zwischen Gott und Jakob ist symbolisch: Gott will Jakob bilden und nach seinem Heiligen Geist formen. Jakob aber lässt sich durch den Schöpfer nicht formen. Als Gott den Widerstand Jakobs sah, gab er ihm den Namen “Israel”, der bedeutet “mit Gott zu ringen” (Genesis 32,29).

Wenn man diese Erzählung analysiert kommt man zum Schluss, dass Jakob sich unbewusst dem Schöpfer gleichsetzen und sich als Rivale ihm gegenüberstehen wollte. Deshalb wurde seine Haltung durch die Propheten verurteilt. Hosea sagt in der Tat: “Der Herr straft Jakob für sein Verhalten… er rang mit Gott und siegte”, folgert Hosea ironisch (Hosea 12,3-4). Jakob wollte von Gott den Segen mit Gewalt und aus persönlichem Interesse entwenden, und nicht mit Liebe und Gerechtigkeit, genau wie er mit seinem Vater gehandelt hatte, um den an Esau gerichteten Segen zu entwenden.

Nach diesem Ereignis gab Gott dem Jakob einen anderen Namen: “Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel (Isra = kämpfen, und El = Gott); denn mit Gott und Menschen (er hat mit seinem Bruder, einem Mann, “gekämpft”, um ihm das Erstgeburtsrecht zu entwenden) hast du gekämpft und hast gewonnen “, sagt ihm Gott ironisch (Genesis 32,29). Diese Bemerkung trifft die Schriftgelehrten und die Pharisäer, die immer gegen Gott und den Propheten Widerstand leistete. Die Propheten, vor Jesus und die Apostel, haben es nicht unterlassen, die ablehnende Haltung der religiösen Führer gegenüber Gott anzuklagen (siehe Jesaja 1,2-3 / Michea 1,5 / Jeremia 2,20 / Matthäus 23 / 1 Thessalonicher 2,14-16). Man muss im “Sieg” Jakobs in seinem Kampf gegen Gott dieselbe göttliche Ironie sehen, wie diejenige, die an Adam gerichtet war nach seinem Fall (Genesis 3,22).

Die biblische Schriftstelle behaupten, dass Gott “dort Jakob segnete” (Genesis 32,30). Ich sehe in diesem “Segen” einen Widerspruch zu den oben zitierten Worten der Propheten und einen durch den “Lügengriffel” der Schritstellen hinzugefügten Satz (Jeremia 8,8). Dies soll ihren eigenen Widerstand Gott gegenüber rechtfertigen. Er wird somit als von Gott akzeptiert und sogar “gesegnet” dargestellt. Deshalb sagt Gott der israelitischen Gemeinschaft durch Jesaja: “Schon dein Urahn (Jakob – Israel) hat gesündigt; deine Ausleger (die Schriftgelehrten und andere religiösen Führer, die die biblischen Texte auslegten) haben sich gegen mich aufgelehnt; deine Fürsten haben mein Heiligtum entweiht. Darum habe ich Jakob der Verfluchung und Israel der Verspottung hingegeben” (Jesaja 43,27-28). Von wo kommt also dieser “Segen” Jakobs? Er kommt von den Ausleger und Schriftgelehrten, die sich ebenfalls, wie Jakob, gegen Gott aufgelehnt haben. Dieser wurde wegen seine Widerstands gegenüber Gott Israel genannt. Dieser Name wurde an seinen Nachkommen übertragen, die diesen Widerstand geerbt haben.

Heute noch ist dieser Kampf gegen Gott durch den Staat Israel dargestellt. Indem die Zionisten das Judentum politisieren, setzten sie den Kampf Jakobs gegen Gott und die Menschen fort: Gegen Gott, weil sie die einzige geistige und universelle Mission des Judentums ablehnen und weil sie Jesus ablehnen, und gegen die Menschen, weil sie auf ungerechterweise und durch Gewalt ein Land besetzen, das ihnen nicht gehört. Gleichzeitig behaupten sie aber das “auserwählte Volk” zu sein.

Viele schlechte Gläubige verdienen den Namen “Israel”, weil sie jeweils zu Gott sagen: “Dein Wille geschehe”, und gleichzeitig eigensinnig ihren eigenen Willen durchsetzen gegen Gott und gegen die Menschen. Sie missachten dabei Gott und die Menschen.

Die zwölf Söhne Jakobs: Die zwölf Stämme Israels (Genesis 35,22-26)

Jakob hatte von seinen zwei Frauen und ihren Mägden zwölf Söhne und eine Tochter bekommen:

Lea hatte 6 Söhne und eine Tochter:

  • Ruben (der Erstgeborene): Er schlief mit Bilha (Magd Rahels; Gen 35,22) und bekam den Segen seines Vaters deswegen nicht (Genesis 49,3-4).
  • Simeon und Levi: Sie haben einen rassistischen und verräterischen Mord begangen (Genesis 34,25-31), welcher den Fluch ihres Vaters hervorrufe (Genesis 49,5-7). Mose und sein Bruder Aaron stammen aus dem verdammten Stamm Levi, welcher durch Mose gewählt wurde, um den einzigen priesterlichen Stamm zu sein, d.h. der Stamm, aus welchem die Priester hervorgingen, die Tiere aufopfern sollten (Numeri 3,45).
  • Juda: Aus seinem Stamm kommt der Messias (nicht aus dem Stamm des erstgeborenen Rubens); deswegen lobt ihn sein Vater (Genesis 49,8-12).
  • Issachar und Sebulon.
  • Dina ist die einzige Tochter Jakobs.

Rahel hatte 2 Söhne:

  • Josef: Seine Halb-Brüder waren auf ihn eifersüchtig. Er wurde durch sie verkauft. In Ägypten wurde er sehr mächtig und empfing schliesslich dort seine ganze Familie.
  • Benjamin: Der letztgeborene Jakobs

Bilha (Magd Rahels) hatte 2 Söhne:

  • Dan
  • Naftali

Silpa (Magd Leas) hatte 2 Söhne:

  • Gad
  • Ascher

Das Kapitel 49 der Genesis berichtet über die Prophezeiungen Jakobs über jeden seiner Söhne. Die Wichtigste ist diejenige über Juda, denn aus ihm wird der Messias hervorgehen. Dieser wird der “Löwe Judas” genannt, weil diese Prophezeiung Juda als “junger Löwe” bezeichnet (Genesis 49,9). Im Buch der Offenbarung wird dieser messianische Titel an Jesus gegeben (Offenbarung 5,5).

Der Stamm Judas hat in der jüdischen Geschichte die messianische Rolle gespielt. Die in Judea herrschenden Könige mit David und seiner Dynastie aus welcher der Messias kommen sollte, waren aus diesem Stamm. Die Gen 38 weist auf die Abstammung des Messias durch Juda und Tamar, d.h. aus einer ausserehelichen Beziehung. Dies wurde in Matthaus 1,3 wieder aufgenommen. Es ist Juda, der sich wegen des Verkaufs seines Bruders Josef auflehnte. Er verliess seine Familie und heiratete eine Kanaaniterin, eine Nicht-Jüdin. Juda intervenierte bei seinen Brüdern, um das Leben Josephs zu retten (Genesis 37,26). Diese würdige Haltung brachte das Lob seines Vaters hervor (Genesis 49,9) und den Verdienst der Ahne des Messias zu sein.

Entsprechend der Prophezeiung Jakobs, sollte der kommende Messias das Reich in Israel abschaffen und nicht, wie es die Juden und sogar die Apostel dachten, festigen (Apostelgeschichte 1,6). Er sagte in der Tat: “Nie weicht von Juda das Zepter… bis der kommt (der Messias), dem es gehört, dem der Gehorsam der Völker gebührt” (Genesis 49,10). Das Zepter, Symbol des Königreichs, wird also bis zum Kommen des Messias bleiben. Dieser muss die Krone erobern, um das universelle und geistige Königreich gemäss Gott und nicht das politisch-militärische gemäss den Menschen einzuführen.

Der Grund für die Zerstörung dieses politischen Reiches – du wirst es später verstehen – ist die Tatsache, dass es durch die Juden entgegen dem Willen Gottes gegründet wurde. Wenn aber der Messias das irdische Reich eines israelischen Staates abschaffen sollte, so ist es, um ein geistiges, weltweites Reich gemäss den prophetischen Worten Jakobs zu seinem Sohn Juda zu errichten: “Nie weicht von Juda das Zepter… bis der kommt (der Messias), dem es (das Zepter, also das Königreich) gehört, dem der Gehorsam der Völker gebührt” (Genesis 49,10). In der Tat, wurde das Reich in Israel beendet. Dies geschah aber erst nach dem Kommen des Messias, der sich geistiger König aller Völker proklamierte. Nach Jesus tatsächlich wurde das politische Königreich in Israel beendet, als Titus Jerusalem eroberte und den Tempel zerstörte. Von da an wurde das geistige und weltweite Reich des Messias, der “Löwe” aus dem Stamm Juda, für immer gegründet. Ihm gehört das “Zepter” für immer.

Der Stamm Juda (im Hebräischen “Jehuda”) hat seinen Namen den Juden (im Hebräischen die “Jehudim” oder “Jahud” im Arabischen) gegeben. Die deutsche Übersetzung der beiden Namen (“Jehuda” wird zu “Juda” und “Jehudim” zu “Juden”) deutet ebenfalls auf die Beziehung zwischen dem Stamm Juda und den Juden. Die Worte “Juden” und “Judentum” kommen also aus diesem Stamm, welcher wegen seiner messianischen Eigenschaft eine grosse Bedeutung in der ganzen Gemeinschaft hatte. Die Juden haben seinen Namen übernommen und wurden die “Jehudin”, da sie für den Christus aus dem Stamm “Jehuda” Zeugnis ablegen sollten. Dasselbe gilt für den übernommenen Namen Israel, welcher bezeugen sollte, dass sie die Nachkommen Jakobs waren.

Die Jünger Jesus werden “Christen” genannt, denn sie glauben, dass Er der “Christus” ist. Somit ist der Messias im Zentrum der beiden Gemeinschaften. Er ist der Referenzpunkt. In ihm definieren sie sich und in ihm finden sie ihre Identität. Er ist Alles für alle im Alten und im Neuen Testament.

Somit beziehen sich das Judentum und das Christentum auf den Messias. Das Judentum ist die Erwartung des Messias und das Christentum ist die Ankündigung der Erfüllung dieses glücklichen Ereignisses in der Person Jesus. Ein “Christ” ist also derjenige, der Jesus als der angekündigte Christus anerkennt. Man muss also keinen anderen mehr erwarten, wie es die Juden tun.

Die jüdische Gemeinschaft hatte die Aufgabe die Erkenntnis Gottes und die zukünftige Ankunft des Messias zu verbreiten. Die christliche Gemeinschaft, hingegen, zeugt von der Erfüllung der messianischen Prophezeiungen durch Jesus, indem er als der einzige erwartete Messias dargestellt wird. Man sollte also keine anderen mehr erwarten (Matthäus 11,2-3).

Diese zwölf Söhne Jakobs hatten also keine politische Aufgabe. Ihre Aufgabe war einzig geistiger Natur. Sie bestand darin, Gott bekannt zu machen und die Ankunft des Messias in ihrer eigenen Gemeinschaft und in der ganzen Welt zu verkünden. Somit sind diese zwölf Stämme nicht nur die geistigen Ahnen der Juden, sondern auch all derer, die wahrhaftig an Jesus als der einzige Christus Gottes glauben.

Man sollte wissen, dass das Wort “Messias” vom Hebräischen “Meschiah” stammt. Es bedeutet der “gesalbte”, derjenige der die Salbung Gottes empfängt. Das Wort “Christus” stammt vom Griechischen “Christos”, welches auch der gesalbte, der auserwählte Gott bedeutet. Die Könige waren durch die Salbung gekrönt. Der Messias ist aber der König der beiden Welten und seine Salbung kommt direkt von Gott.

Die zwölf Stämme in Ägypten (Genesis 37 bis 50)

Mit der Geschichte Josefs haben wir erfahren wie die “Söhne Israels” um 1700 Jahre v. Chr. nach Ägypten kamen. Sie blieben dort 4 Jahrhunderte und wurden zahlreich. Die Erzählung des Bundes “der Stücke” zwischen Gott und Abraham hatte dieses Ereignis “prophezeit” (Genesis 15,13-15). Man muss jedoch wissen, dass die Berichterstattung in der Bibel um 1000 v. Chr. stattfand. Der Aufenthalt in Ägypten und der Auszug aus diesem Land hatten bereits stattgefunden. Die Schriftsteller haben diese “Prophezeiung” später eingefügt.

Dieser Aufenthalt in Ägypten hat die israelitische Gemeinschaft, welche mit der Zeit Gott vergessen hat und sich zu den Bräuchen des ägyptischen Götzenkultes hinreissen liess, stark geprägt. Es stellte eine Bedrohung für den messianischen Plan Gottes dar.

Um diesen Plan fortzusetzen und zu vollenden übergab Gott vier Jahrhunderte später dem Mose die Aufgabe, die Israeliten aus Ägypten herauszuführen. Das Buch Exodus, welches Du in der 5. Lektion kennen lernen wirst, erzählt die Geschichte dieses Auszuges. Mit Jakob haben 70 Israeliten in Ägypten Zuflucht gesucht (Genesis 46,27). Mit Moses waren es 600’000, die 400 Jahre später, auszogen (Exodus 12,37).

Man sollte sich die zwei Träume Josefs, als er 17 Jahre alt war merken: derjenige der Garben seiner Brüder, die sich tief vor seiner Garbe neigten und derjenige der Sonne, des Mondes und der elf Sterne, die sich auch vor ihm verneigten (Genesis 37,2-11). Erinnern wird uns auch an die zwei Träume des Pharaos: derjenige der Kühe und derjenige der Ähren (Genesis 41,1-7). Gott spricht oft zu den Menschen durch Träume und offenbart sich ihnen so.

Der Schöpfer verkündet dieselbe Botschaft auf zwei verschiedene Arten: zuerst an Josef und dann dem Pharao. Gott spricht also zu uns durch Träume. Man muss aber vorsichtig sein, denn es gibt auch satanische Inspirationen für unsere Träume. Man muss die Inspirationen unterscheiden können und den Sinn der von Gott bekommenen Botschaft gut interpretieren sowie sich vergewissern, dass es tatsächlich Gott war. Man muss beten, um sie richtig zu verstehen und entsprechend mit Weisheit handeln. Gott hat oft dieses Vorgehen gewählt. Besonders im Buch der Offenbarung, wo dieselbe Botschaft durch sich wiederholende Visionen, unter verschiedenen Formen, angekündigt wird, wie die Träume Josefs und des Pharaos. Der Prophet Joel informiert uns im Auftrag Gottes, dass Gott sich seinen Auserwählten in Träumen und Visionen offenbaren wird: “Danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgiesse über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen…” (Joel 3,1).

Die Genesis endet mit den Israeliten in Ägypten. Jakob wird in Kanaan (Palästina) in der heutigen Stadt Hebron (im Arabischen “El Khalil”) begraben, dort wo auch Abraham und Isaak begraben sind (Genesis 50,12-13). An diesem Ort befindet sich heute eine Moschee, die von den Juden begehrt wird.

Vor seinem Tod teilt Josef seinen Brüdern mit, dass “Gott sich ihnen annehmen wird”, um sie “aus diesem Land heraus- und in jenes Land hinaufzuführen, dass er Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid zugesichert hat”. Josef sagt seinen Brüdern sie sollen seine Gebeine mitnehmen (Genesis 50,24-25). Dies wurde durch Mose beim Auszug aus Ägypten getan (Exodus 13,19).

Der Ausdruck: “Gott wird sich ihnen annehmen” sollte man sich merken. Er wird auch übersetzt durch: “Gott wird sie heimsuchen (oder besuchen)”. Dieser Ausdruck wird in der Bibel oft gebraucht. Gott “sucht heim” durch einen Gesandten, um zu belohnen oder um durch glückliche oder unglückliche Ereignisse zu züchtigen. Es ist eine biblische Art auszudrücken, dass es Gott ist, der hinter diesen Ereignissen steht: “Vom Herrn der Heere wirst du mit Donner und Getöse und mit lautem Dröhnen heimgesucht…”, prophezeit Jesaja gegen Jerusalem, die Gesetzlose (Jesaja 29,6; siehe auch Jeremia 29,10 / Amos 3,2 / Lukas 7,16 und Lukas 19,44). Gott besucht Dich durch das Studium der Bibel…

Fragenkatalog zur Rückschau

  1. Hast du versucht dich “loszulösen” und deine “Bewusstseinserfahrung” zu machen?
  2. Warum studierst du die Bibel und nicht ein anderes heiliges Buch?
  3. Bist du sicher, dass der biblische Text authentisch ist? Warum?
  4. Hast du Freude daran, die Bibel zu studieren? Was fühlst du?
  5. Erkläre die Erzählungen der Schöpfung und die mündlichen Überlieferungen.
  6. Was Bedeutet “Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild”? Bist du nach diesem Abbild?
  7. Wie stellst du dir den Zustand des Menschen im Paradies (vor dem Fall) vor? Und nachher?
  8. Wie verstehst du die Sünde Adams und Evas?
  9. Erkläre Genesis 3,15. Welche Verbindung besteht zu Abraham?
  10. Gott empfängt das Opfer Abels, dasjenige von Kain nicht. Weshalb?
  11. Wer war der Nachfolger Abels?
  12. Was hast du von der Sintflut und von den Nachkommen Noahs verstanden?
  13. Was weisst du über das Epos von Gilgamesch?
  14. Wie verstehst du Genesis 6,1-4? Genesis 10? Genesis 15? Genesis 18,1-15? Genesis 32,23-33? Genesis 49,8-12?
  15. Welches war das Ziel des göttlichen Planes mit Abraham?
  16. Welches der beiden Konzepte ist richtig: “auserwähltes Volk” oder “gebildete Gemeinschaft”? Warum?
  17. Sara schickte Hagar und Ismael weg. Kommentiere dies.
  18. Ist die Beschneidung, die Taufe mit Wasser, eine göttliche Bedingung für das Heil der Seele?
  19. Was hast du von Melchisedek verstanden?
  20. Was hast du von Sodoma und Gomorra verstanden?
  21. Die Frau Lot wurde in Salzsäule verwandelt. Kommentiere dies.
  22. Die zwölf Stämme Israels. Erkläre sie.
  23. Kommentiere die Träume Josefs und des Pharaons.
  24. Wer ist “der Löwe aus dem Stamm Juda”? Weshalb dieser Name?
  25. Stelle die Nachkommenschaft von Abraham bis Juda dar.
  26. Warum wollten die Juden die Moschee von Hebron erobern und diejenige von Omar in Jerusalem?
    (Die Moschee von Hebron ist auf dem Ort gebaut, wo Abraham, Isaak und Jakob beerdigt wurden. Die Omar Moschee in Jerusalem ist auf dem Ort gebaut, auf welchem vermutlich Abraham sein Sohn Isaak aufopfern wollte. Salomon hatte dort den ersten Tempel gebaut, welcher im Jahr 586 vor. Chr. durch Nebukadnezzar und später erneut im Jahr 70 nach Chr. durch Titus zerstört wurde. Im 7. Jahrhundert hat der Chalif Omar Ibn-Le-Khattab die Moschee an diesem Standort gebaut).