Neunte Lektion – Die sieben Bücher der Weisheit

Das Buch Ijob

Lies zuerst meine Erläuterungen und erst dann das Buch.

Zu jener Zeit, und auch heute noch, waren viele Gläubige davon überzeugt, dass Reichtum, Gesundheit und Kinder, Zeichen des Segens Gottes waren. Hingegen war das Gegenteil davon, ein Ausdruck der Verfluchung Gottes gegenüber dem Sünder. Jedes Unglück wurde als göttliche Strafe interpretiert.

Nun war Ijob ein gerechter und gläubiger Mensch, der zudem reich, mit guter Gesundheit und mit einer zählreichen Nachkommenschaft beglückt war. Plötzlich traf ihn unerwartet eine Flut von unglücklichen Ereignissen. Er verlor sein Reichtum und seine Kinder, lehnte sich aber dabei nicht gegen Gott auf: “Nackt kam ich hervor aus dem Schoss meiner Mutter; nackt kehre ich dahin zurück. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn” (Ijob 1,20-22).

Dieses Unglück war nicht die Konsequenz der Sünden Ijobs, wie viele es dachten, sondern wurde vom Teufel hervorgerufen. Er wollte ihn treffen, damit er sich von Gott entfernt und dabei Gott wegen seines Unglücks verflucht. Das ist die grosse Lehre aus diesem Buch. Gott kann dem Teufel erlauben gerechte und Gott getreue Leute zu prüfen. Dadurch beschämt er den Teufel, der nicht imstande war in der selbstlosen Liebe zu Gott auszuharren. Dies kann mit einem Mann verglichen werden, der von der Liebe und Treue seiner Frau absolut sicher. Er erlaubt einem Intrigant ihr den Hof zu machen, um ihn durch die offenbare Treue seiner Ehefrau zu beschämen.

In der Geschichte fragt der Teufel tatsächlich Gott um die Erlaubnis Ijob zu prüfen: “Wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen. – Gut! sagt Gott zum Teufel, all sein Besitz ist in deiner Hand, nur gegen ihn selbst streck deine Hand nicht aus” (Ijob 1,11-12). (Das Wort “Satan” bedeutet “Feind”, da der Teufel der Feind des Menschen ist).

Ijob erwies sich wunderbar treu in der Prüfung. Gott sagt zum Teufel: “Ijob ist so untadelig und rechtschaffen… Noch immer hält er fest an seiner Frömmigkeit, obwohl du mich gegen ihn aufgereizt hast, ihn ohne Grund zu verderben. Der Satan antwortete: …Streck deine Hand aus, und rühr an sein Gebein und Fleisch; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen. Da sprach der Herr zum Satan: Gut, er ist in deiner Hand. Nur schon sein Leben!” (Ijob 2,5-6).

Der Satan “schlug Ijob mit bösartigem Geschwür von der Fusssohle bis zum Scheitel” (Ijob 2,7). Seine Frau spornte ihn an, Gott zu lästern. Job aber erwiderte ihr: Wie eine Törin redet, so redest du. Nehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse annehmen? Bei all dem sündigte Ijob nicht mit seinen Lippen” (Ijob 2,9-10).

Somit konnte Ijob in den Prüfungen, sogar in seinem Leib, triumphieren.

Drei Freunde Ijobs erstatteten ihm in seinem Unglück einen Besuch, um mit ihm zu sprechen. Sie wollten ihn zum Bekenntnis bringen, dass er gesündigt hat und somit dieses Unglück verdiente. Ihre Rede wird auf poetische Weise erzählt und einer nach dem anderen versucht Ijob zu über-zeugen, dass er ein Sünder ist. Ihre Rede ist oft ironisch, sogar sarkastisch und böse und konnte das Leiden Ijobs nur vergrössern, wie du es beim Lesen merken wirst. Aber Ijob erwiderte ihnen mit viel Feingefühl und konnte seine Gesprächspartner zurechtweisen und seine Unschuld bestätigen: “Wie hilfst du doch dem Schwachen auf, stehst du bei dem kraftlosen Arm!”, sagt er ironisch zu einem der drei, “wem trägst du die Reden vor, und wessen Atem geht von dir aus? (damit meint er es sei nicht der Geist Gottes)… Fern sei es mir, euch recht zu geben (indem er zugibt gesündigt zu haben), ich gebe, bis ich sterbe, meine Unschuld nicht preis”. Dies war die ständige Haltung Ijobs (Ijob 26,1-27,5).

Einer der drei Freunde behauptete die Geheimnisse Gottes zu kennen, sowie die Gründe weshalb Gott Ijob so behandelte. Gott antwortet ihm: “Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und deine beiden Gefährten; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Ijob” (Ijob 42,7). “Der Herr wendete das Geschick Ijobs… und segnete die spätere Lebenszeit Ijobs mehr als seine frühere…” (Ijob 42,10-12).

Lies jetzt dieses Buch. Die Lehre daraus ist, dass Gott die Prüfung eines gerechten Mannes erlaubt. Dadurch sollte die Mentalität der Gläubigen, die wie die drei Freunde Ijobs denken, umgestürzt werden. Es sollte aber vor allem eine Vorbereitung der Gläubigen auf das Verständnis des Leidens des kommenden Messias sein. Er ist der Gerechte “par excellence”, der nicht für seine Sünden, sondern für die Sünden und zahlreichen Mordtaten anderer leidet.

Das Buch der Psalmen

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht notwendig, dass du das ganze Buch durchliest. Ich werde einige Psalmen erläutern und du kannst sie dann auch lesen.

Dieses Buch ist eine Sammlung der wichtigsten Psalmen. Ein Psalm ist ein auf einem Musikinstrument gesungenes Lied. Die Christen sprechen von einem Loblied, das sie an Gott, an Christus oder an die Hl. Jungfrau widmen.

Die meisten Psalmen wurden zu verschiedenen Angelegenheiten durch David komponiert: “Psalm 3: Ein Psalm Davids, als er vor seinem Sohn Abschalom floh”, usw… Gewisse Psalmen sind von Salomon (Psalm 72), Asaf (Psalm 73 – 83) oder von den Korachitern (Psalm 84)…usw… geschrieben worden. Die Autoren von gewissen Psalmen sind unbekannt.

Im Ganzen gibt es 150 Psalmen. Die griechische Bibel teilt der Psalm 9 in die zwei Psalmen 9 und 10 auf. Dies erschwert ab dem Psalm 11, der zu Psalm 11 (10) wird, die Nummerierung. Das (10) steht für die Nummerierung in der hebräischen Bibel. Der Psalm 147 hingegen vereinigt die zwei Psalmen 146 und 147. Somit wirst du in allen Bibeln immer 150 Psalmen finden.

Ein Wort nun zu den wichtigsten Psalmen, die alle messianischen Psalmen sind, d.h. vom kommenden Messias sprechen. Ich werde vor allem von diesen Psalmen sprechen:

Psalm 2

Dieser Psalm stellt der Messias als der von Gott gekrönte König und als seinen Sohn dar: “Die Könige der Erde haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten (der Messias, der mit göttlichem Parfum “gesalbt” ist, so wie die Könige der Erde, mit duftendem Öl bei ihrer Krönung gesalbt werden)… Doch er, der im Himmel thront, lacht, der Herr verspottet sie. Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn: ‘Ich selber habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg’. Den Beschluss des Herrn will ich kundtun (es ist der Messias, der hier vorweg redet). Er sprach zu mir: ‘Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt… Ich gebe dir die Völker zum Erbe…”

Der Autor dieses messianischen Psalms ist unbekannt. Der Messias wird darin als König aller Nationen angekündigt. Gott gibt ihm diese Nationen “zum Erbe”. Der Teufel versuchte Jesus und versprach ihm das politische Reich über die Welt zu geben (Matthäus 4,8-10). Jesus lehnte es ab, denn sein Reich “ist nicht von dieser Welt” (Johannes 18,36). Die Macht, die dem Messias in diesem Psalm versprochen wird, ist geistig zu verstehen, und nicht politisch, wie der Teufel es mit Jesus tat.

Die Juden wollten ebenfalls (und wollen es immer noch) das Königreich des Messias auf politische Weise verstehen. Deshalb leisteten sie (und leisten noch) Jesus Widerstand; sie verfolgten ihn und seine Apostel. Der Hl. Petrus wendet dieser Psalm auf Jesus an. Er klagt “Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels” an, sie seien diese “Könige der Erde” von welchen dieser Psalm spricht; sie seien “gegen den Herrn und seinen Gesalbten verbündet” (Apostelgeschichte 4,25,28).

Das Königreich des Messias kann nicht politisch sein, denn Gott sagt: “Ich selber habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg”. Gott wollte aber kein Königreich in Israel, wie wir es bereits in 1 Sam 8 gesehen haben. Es wurde sogar durch ihn verurteilt. Somit handelt es sich in diesem Psalm, um das geistige Königreich, welches von Jesus eingerichtet wurde. Er war der von Gott gewählte Christ-König, um geistiger Herrscher über die ganze Welt zu sein, trotz all jenen, die ihm Widerstand leisten.

Psalm 22

Der Messias wird darin in seinem Leiden, seinem Sterben und in seiner Auferstehung nach der Prüfung beschrieben. Am Kreuz hat Jesus den Anfang dieses messianischen Psalms ausgesprochen, um darauf hinzudeuten, dass er damit gemeint war. Er wollte dabei auch die Juden beschämen, die in seiner Kreuzigung ein Zeichnen der Verfluchung Gottes sahen. Der Psalm beginnt mit den Worten des erwarteten Messias, der sagt: “Eli (mein Gott), Eli, lema sabachtani (warum hast du mich verlassen)? (s. Matthäus 27,46). Viele verstehen den tiefen Grund weshalb Jesus diese Worte gesagt hat nicht; sie interpretieren es falsch, wenn sie meinen, Jesus fühlte sich von Gott verlassen. Die Feinde Jesus behaupten sogar, Jesus habe am Kreuz verstanden, dass Gott ihn verfluche. Die Juden, die ihn kreuzigten meinten, er rufe den Propheten Elija um Hilfe (Matthäus 27,49). In Wahrheit war dieser letzte Schrei Jesus prophetisch. Diese letzten Worte sind Worte der Barmherzigkeit und ein Licht für all jene, die darin eine prophetische Erfüllung sehen wollen. Denn es sind die Worte des Psalms 22, wo der Messias im Voraus sterbend, inmitten seiner Feinde, gesehen wurde und dabei sagte:

“Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?… Viele Hunde umlagern mich, eine Rotte von Bösen umkreist mich. Sie durchbohren mir Hände und Füsse, und in den Todesstaub haben sie mich gelegt… Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand… (Psalm 22,17-19)… Alle Enden der Erde sollen daran denken und werden umkehren zum Herrn (Psalm 22,28)… Und meine Seele wird leben für ihn (diese Worte weisen auf die Auferstehung hin), mein Geschlecht wird ihm dienen… Er hat es vollbracht” (Psalm 22,30-31).

Dieser Psalm kann sich nicht auf seinen Verfasser, David, beziehen. Dieser starb nicht von Feinden umkreist, mit den Händen und Füssen durchbohrt.

Dieser prophetische Psalm gleicht dem Kapitel 53 von Jesaja, der ebenfalls das Leiden, den Tod und die Auferstehung des Messias voraussagt.

Psalm 110

Dieser Psalm stellt der kommende Messias als König und gleichzeitig auch als Priester dar:

“Von Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus (Psalm 110,2)… Der Herr hat geschworen, und nie wird’s ihn reuen: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks” (Psalm 110,4).

Weder das Königtum noch das Priestertum des Messias entsprachen den Vorstellungen und den Bräuchen der Israeliten. Das messianische Königtum folgt nicht der politischen Dynastie Davids (die übrigens mit Nebukadnezar abgeschafft wurde). Und das messianische Priestertum gleicht überhaupt nicht demjenigen Levi. Es wurde ja “nach der Ordnung Melchisedeks” prophezeit und nicht nach derjenigen Levi. Dies bedeutet einen radikalen Wechsel des jüdischen Kultus, wie Paulus es in den Kapiteln 5 bis 7 seines Briefes an die Hebräer erklärt. Durch sein Opfer, hat Je-sus den Opfergaben sowie dem jüdischen Priester- und Königtum ein Ende gesetzt.

Mit dem Buch der Offenbarung (Apokalypse) öffnet sich ein neues Zeitalter, in welchem alle wahren Gläubigen Jesus Christi “Könige und Priester” sein werden (Offenbarung 1,6). Gott wollte dies von Anfang an (Exodus 19,6), aber er wurde damals nicht verstanden. Ein priesterliches Herz ist fähig, Mitleid gegenüber dem Gerechten, der von einem Ungerechten verfolgt wird, zu haben. Er fühlt und leidet mit ihm. Er verteidigt den Armen, der ungerechterweise angeklagt wird und legt Zeugnis für die Gerechtigkeit und die Wahrheit ab, indem er die Identität des Antichristen, das Tier der Apokalypse, denunziert (Offenbarung 13,18). Auch um den Preis seines Lebens. Das ist das von Gott entgegengenommene priesterliche Opfer.

Die anderen Psalmen sind Loblieber zu Gott oder eine Bitte zum Allerhöchsten um Hilfe gegen einen ungerechten Feind, oder ein Danklied für die Rettung. Man lernt die Psalmen kennen, indem man sie mit dem Heiligen Geist, der in Jesus ist, betet, und nicht mit einer materiellen oder zionistischen Mentalität.

Das Buch der Sprichwörter

Es enthält Sprichwörter von hoher Moral, die man von Zeit zu Zeit lesen sollte, um das geistige Leben zu vertiefen und die Suche nach Weisheit zu fördern: “Die Weisheit ruft laut auf der Strasse… (Sprichwörter 1,20)… Wie lang noch, ihr Törichten, liebt ihr Betörung, gefällt den Zuchtlosen ihr dreistes Gerede, hassen die Toren Erkenntnis? (Sprichwörter 1,11)… Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst… dann wirst du die Gotteserkenntnis finden (Sprichwörter 2,1-5)”.

Lies es ein erstes Mal schnell durch, um dich damit vertraut zu machen. Und dann komm ständig wieder darauf zurück, um es zu vertiefen und die Weisheit zu erwerben.

Das Buch Kohelet (Qoh)

Es ist das Buch der Worte “Kohelets”, d.h. auf Hebräisch die Worte des Lesers in der Versammlung. Es sind also die weisen Worte eines Predigers in verschiedenen Versammlungen. Das wichtigste aus dieser Lehre besteht darin festzustellen, dass alles sich auf Erden wiederholt. Derjenige, der für diese Welt lebt wird darin nur Eintönigkeit finden. Daraus lässt sich schliessen, dass man das ewige Leben suchen sollte. Nur das ewige Leben kann den Menschen befriedigen: “Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch. Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne?” (Kohelet 1,2). Wenn alles was wir tun nur für die Zeit unseres Lebens “unter der Sonne” bestimmt ist, dann lohnt sich die Mühe wirklich nicht: “Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen”, sagt Paulus (1 Korinther 15,19).

Das Hohelied (Hld)

Es ist ein Liebesdialog zwischen dem Bräutigam (Gott) und seiner Braut (die Auserwählten).

Ein erstaunlicher Punkt: Die Braut kommt nicht aus Israel, sondern aus dem Libanon: “Komm doch mit mir, meine Braut, vom Libanon, weg vom Libanon, komm du mit mir!” (Hohelied 4,8). Der Libanon wurde oft als der Ort gesehen, aus welchem die Auserwählten Gottes kommen. Ezechiel kündigt den Triumph des Zeders (Symbol des Libanons) über den Berg Zion: “So spricht Gott, der Herr: ‘Ich selbst nehme ein Stück vom hohen Wipfel der Zeder (Symbol des Libanons) und pflanze es ein. Auf die Höhe von Israels Bergland pflanze ich ihn. Dort treibt er dann Zweige, er trägt Früchte und wird zur prächtigen Zeder… Ich, der Herr, habe gesprochen, und ich führe es aus'” (Ezechiel 17,22-24). In der Tat hat Gott das Buch der Offenbarung des Johannes im Libanon geöffnet, um es der ganzen Welt zu erklären und viele Früchte zu bringen.

Die Thematik des Bräutigams und der Braut wird im Buch der Offenbarung wieder aufgenommen. Die Braut ruft den Bräutigam: “Komm!… Amen, Komm, Herr Jesus!” (Offenbarung 22,17-20). Du wirst dies später mit dem Studium des Buchs der Offenbarung besser verstehen.

Das Buch der Weisheit

Es ist ein Buch, welches zur Erforschung und zur Erkenntnis Gottes, dessen Weisheit nie wie diejenige der Menschen ist, antreibt: “Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an… Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren… Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt. So denken sie, aber sie irren sich… Sie verstehen von Gottes Geheimnissen nichts” (Weisheit 2,18-22). Diese Worte wurden von den Juden über den Messias am Kreuz gesagt (Matthäus 27,41-43). Es ist nicht Weisheit, sondern Wahnsinn auf diese Art zu sprechen!

Dieses Buch lädt zum Verständnis der Weisheit Gottes ein. Es warnt auch davon, sich nach der falschen Weisheit der Menschen bilden zu lassen.

Das Buch Jesus Sirach

Das Buch wurde durch Ben Sirach geschrieben. Es ist das Buch der Versammlung (ecclesia im Griechischen) und nicht das Buch des Lesers, der in der Versammlung spricht und liesst, wie im Buch “Kohelet”. Das Buch wird also in den Versammlungen, z.B. in der Synagoge, gelesen. Es kommt nicht in der hebräischen Bibel vor, wurde aber früher wegen seinem hohen moralischen Wert in den Synagogen gelesen. Wie die anderen Bücher der Weisheit, lädt das Buch den Leser ein, sich Gott trotz allen Schwierigkeiten zu nähern, zu versuchen ihn kennenzulernen und zu verstehen. Der Mensch soll sich in den Prüfungen mit Geduld bewaffnen, denn diese Kenntnis ist alle Mühe, die man sich geben kann, wert:

“Alle Weisheit stammt vom Herrn (Sirach 1,1)… Begehrst du Weisheit, so halte die Gebote, und der Herr wird dir die Weisheit schenken (Sirach 1,26)… Mein Sohn, wenn du dem Herrn dienen willst, dann mach dich auf Prüfung gefasst! (Sirach 2,1)… Nimm alles an, was über dich kommen mag, halt aus in vielfacher Bedrängnis! Denn im Feuer wird das Gold geprüft, und jeder, der Gott gefällt, im Schmelzofen der Bedrängnis (Sirach 2,4-5)”.

Jetzt bist du mit allen Weisheitsbüchern vertraut. Sie sind sehr wertvoll und sollten mehrmals gelesen werden. Du kannst alle Tage deines Lebens einzelne Abschnitte daraus lesen und deine Seele so ernähren und gleichzeitig erheben. Ich habe nur auf die grossen Züge hingewiesen. Deine persönlichen Bemühungen werden dir erlauben, die geistigen Früchte der reifen Weisheit zu geniessen. Und dies um so mehr als du dein ganzes Leben bestrebt sein wirst, Gott und seinen Messias zu kennen: “Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast”, hatte Jesus gesagt (Johannes 17,3).

Begnüge dich jetzt mit dieser ersten Lektüre der Weisheitsbücher und fahre mit dem Bibelkurs und besonders mit dem Studium der prophetischen Bücher fort.